Über den Horizont: interdiziplinäre Zusammenarbeit

Interdiziplinäre Zusammenarbeit wird aktiv betrieben

Die Zeiten, da ein Kriminalkommissar auch die kniffligsten Fälle alleine aufgeklärt hat, gehören der Geschichte an. Heute wird im Team ermittelt, wobei sich der Leiter einer Mordkommission nicht selten auf 5 und mehr Ermittler stützen kann. Neben der klassischen Spurensicherung durch den Kriminaltechniker kann der heutige Chefermittler auf eine Vielzahl von Spezialisten des Landeskriminalamtes oder auch externer Experten zurückgreifen. Er muss die Einzelergebnisse mit viel Erfahrung und Wissen wie ein Puzzle zusammenfügen, immer in der Hoffnung, dass ein klares Bild entsteht. Gespräche zwischen dem Chefermittler und den beigezogenen Experten sind das Normale; Gespräche zwischen den Experten eher die Ausnahme. Da der jeweilige Experte im Regelfall nur einen Tunnelblick auf den Fall hat, erfährt er meist nicht, auf welche Weise der Fall gelöst wurde und welchen Anteil er daran hatte. Im Laufe unserer Tätigkeit haben wir festgestellt, dass durchaus ein Interesse an einer fachübergreifenden Diskussion besteht. Vor mehr als 15 Jahren starteten wir ein Experiment, indem wir uns einen spektakulären, kriminalistisch anspruchsvollen Fall aufgriffen, alle an der Lösung beteiligten Experten zusammenriefen und den Fall noch einmal im Rahmen einer Fachtagung Todesermittlungen revuepassieren ließen. Kaum ein anderer Beruf lebt so sehr von der Berufserfahrung, wie der des Kriminalisten. Im Mittelpunkt stand dabei nie die Selbstdarstellung, sondern immer die Fehlerdiskussion. Diese Veranstaltung stieß auf unerwartet großes Interesse und ist heute bei vielen Todesermittlern ein fester Bestandteil in ihrem Terminkalender. Besonders freut uns, dass wir seit vielen Jahren immer auch Gäste aus dem benachbarten Ausland begrüßen dürfen.

Wenn es die Zeit ermöglicht, bieten wir zusätzlich zu dem speziellen Fall auch immer noch ein Update zu einem Fachthema an.

Unsere Tagung

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Besucher von Justiz, Rechtsmedizin und Rechtsprechung
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Tage Vorträge und Austausch
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Jahre lang eine informative Anlaufstelle

Todesermittlungen 2026

Liebe Freundinnen und Freunde der Fachtagung Todesermittlungen,

auch in diesem Jahr konnten wir Ihnen wieder ein spannendes Programm zusammenstellen. 

Am Donnerstag befassen wir uns mit ungewöhnlichen Unfallermittlungen im Bereich von Schienenanlagen, Bahnhöfen und Zügen und das hierfür notwendige Spezialwissen. Zwischen der Landespolizei Hamburg und der Bundespolizei gilt seit 2007 die Vereinbarung, dass Todesermittlungen im Bahnbereich – mit Ausnahme von Kapitalverbrechen – durch die Bundespolizeiinspektion Hamburg durchgeführt werden. Diese enge Zusammenarbeit ist bundeweit einzigartig und wird uns anhand von einigen Sachverhalten vorgestellt, in denen die gemeinsame Nutzung des spezifischen Fachwissens und der jeweiligen Ressourcen der Behörden im Vordergrund stehen.

Im Anschluss dürfen wir uns auf einen spannenden Vortrag über digitale Leichendaktyloskopie freuen, da insbesondere bei nur noch schwer identifizierbaren Leichen eine zweifelsfreie Identitätsfeststellung essentiell ist, um Folgeermittlungen anschließen zu können. Anhand von praktischen Fallbeispielen werden uns verschiedene Techniken zur Identitätsfeststellung nahegebracht. 

Der Freitag steht ganz im Zeichen von Todesermittlungen in der Schweiz. In Jahr 2019 rief ein aufgrund von einer deutlichen Geruchsbelästigung besorgter Vermieter die Polizei zur Hilfe, die eine leblose Frau in einem blutverschmierten Zimmer auffand. Das Spurenbild sprach für ein Gewaltverbrechen. Konnte dies anhand der umfangreichen Spurensicherung bestätigt werden? Und konnten die Spuren auch zur Täterschaft führen?

Der zweite Fall am Freitag befasst sich mit einer Todesermittlung im Jahr 2016. Ein bereits als vermisst gemeldeter Mann wurde tot im Wald aufgefunden. Die Spuren sprachen auch hier für ein Gewaltdelikt. War es reine Habgier oder steckt vielleicht die Serben-Mafia dahinter?

 

Wir wünschen allen Teilnehmenden eine spannende und interessante Fachtagung mit regem Austausch!

Impressionen vergangener Tagungen

Da die vergangenen Tagungen nicht systematisch fotografisch dokumentiert wurden, existiert lediglich eine begrenzte Anzahl an Bildaufnahmen. Die gezeigten Fotografien sind Momentaufnahmen aus den Veranstaltungsjahren 2019, 2021, 2023 und 2025 und vermitteln exemplarische Eindrücke der jeweiligen Tagungen sowie des fachlichen Austauschs zwischen den Teilnehmenden.

Wir arbeiten mit folgenden Institutionen zusammen

bdk - Bund deutscher Kriminalbeamter e.V.
Fachhochschule (für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege) MV

Haben Sie Fragen zu unseren Tagungen?

Nehmen Sie gerne Kontakt auf

Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne persönlich zur Verfügung. Zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren – ich unterstütze Sie gerne bei Ihrem Anliegen. Ihre Nachricht wird selbstverständlich vertraulich behandelt. Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen.

Der Verein

Wir stellen eine kompetente Plattform für interdisziplinäre Fortbildung und Vernetzung im Bereich Rechtsmedizin und Todesermittlung. Durch regelmäßige Tagungen stärken wir den interdisziplinären Austausch, fördern Qualitätsstandards und dienen als Forum für fächerübergreifende Problemlösungen in forensisch relevanten Fragen.

Ihr Kontakt zu uns

Präsident: J. Knipp
Friesenstraße 21
19053nSchwerin
E-Mail: j.knipp@interfafo.de

Sekretär: H. Weller
Albert-Trautmann-Straße 43
Postfach 1531
49751 Sögel
E-Mail: sekretaer@interfafo.de