Der Verein

Leichenschau und Todesermittlungen gehören eng zusammen und dienen beide dem Ziel, herauszufinden, woran ein Mensch gestorben und unter welchen Umständen sein Tod eingetreten ist. Der erste Angriff wird im Regelfall von einem Arzt durchgeführt – schon deshalb, weil nur dieser offiziell den Tod eines Menschen feststellen darf. Kommt dieser bei der Beurteilung des Todesfalles – natürlich oder nicht natürlich – gibt er den Stab an den polizeilichen Todesermittler weiter, der sich wiederum, der sich wiederum Hilfe bei verschiedenen Experten holt. Handelt es sich dabei um medizinische Fragestellungen, ist dies in den meisten Fällen ein Gerichts- bzw. Rechtsmediziner.
Ob ein polizeilicher Todesermittler sich des Todesfalles annimmt, hängt davon ab, ob er bei der Leichenschau Anhaltspunkte für ein nicht natürliches Geschehen findet, die ihn zur Einschaltung der Polizei verpflichten würde. Und hier beginnen die Probleme: Das Messer in der Brust wird jeder Anfänger erkennen. Was aber ist, wenn die Spurenlage nicht so eindeutig ist? Um hier fündig zu werden, bedarf es einer speziellen Ausbildung. Obwohl eine solche Professionalisierung seit Jahrzehnten von allen Fachleuten gefordert wird, wurde sie bis heute von der Politik noch nicht umgesetzt.
Die Zusammenarbeit von ärztlichen und polizeilichen Leichenschauern funktioniert nicht immer gut. Ärzteschaft und Polizei haben beispielsweise unterschiedliche Definitionen des nicht natürlichen Todes und sie definieren die Leichenschau auch nicht einheitlich. Da sind Konflikte vorprogrammiert
Die Bestimmung von Todesursache und Todesart beinhalten z.T. hochkomplexe Fragestellungen. Kontinuierliche Weiterbildungen und ein regelmäßiger interdisziplinärer Erfahrungsaustausch sind deshalb für eine erfolgreiche Kriminalitätsbekämpfung unabdingbar. Die Zeiten, dass ein Sherlock Holmes im Alleingang die schwierigsten Kriminalfälle löste, sind lange vorbei.
Unser Fachforum fördert alle Aktivitäten, die das Leichenschausystem in Deutschland verbessern und es vermittelt Angebote, bestehende Schwachstellen auszugleichen. Das betrifft insbesondere:
Das Bereitstellen von Informationen über die aktuelle Situation bzw. Veränderungen im Leichenschauwesen in Deutschland,
die Vermittlung von aktuellem rechtsmedizinischen Praxiswissen über ein Internetportal, das gleichermaßen für Ärzte als auch polizeiliche Todesermittler zugänglich ist,
die Vermittlung eines zertifizierten und von den Ärztekammern anerkannten Internet-Fernkurses zum Erwerb des Qualifikationsnachweises „Qualifizierte Leichenschau“ mit Prüfung und Zertifikat und
das Angebot einer jährlichen Fachtagung Todesermittlungen zur Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit.
Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Informationen, die unseren Vereinszwecken dienen.
Der Verein in kurzen Fakten
Grundlegendes
Das Interdisziplinäre Fachforum Rechtsmedizin (Interfafo) ist als eingetragener Verein beim Amtsgericht Bremen organisiert und verfolgt den Zweck, den fachübergreifenden Erfahrungsaustausch im Bereich der Rechtsmedizin zu fördern.
Zweck & Aktivitäten
Der Verein engagiert sich insbesondere in der Organisation und Durchführung von Fachveranstaltungen. Zudem unterstützt er fachlich relevante Projekte, um rechtsmedizinisches Wissen zu verbreiten und besser zugänglich zu machen und die die Professionalisierung der Leichenschau in Deutschland voranbringen.
Interdisziplinäre Ausrichtung
Interfafo bringt Experten aus verschiedenen Disziplinen – etwa Polizei, medizinische Fachrichtung, Justiz und Sachverständige – zusammen. Ziel ist es, Forschungsergebnisse, methodische Neuerungen und rechtliche Entwicklungen zielgerichtet zu verbreiten und auf praktische Anwendungen zu übertragen.
Struktur & Vereinsleben
Gemäß Satzung organisiert der Verein regelmäßige Mitgliederversammlungen und hat klare interne Strukturen zur Planung, Durchführung und Qualitätssicherung seiner Aktivitäten festgelegt.
Kurz gesagt:
Interfafo fungiert als zentrale, interdisziplinär verankerte Plattform zur Förderung des fachlichen Austauschs und der Qualitätssicherung in der Leichenschau und bei Todesermittlungen. Durch regelmäßige Veranstaltungen und projektbezogene Unterstützung leisten die Vereinsmitglieder einen bedeutenden Beitrag zur Professionalisierung von Leichenschau und Todesermittlungen sowie zur Verbreitung spezifischer Rechtsmedizinischer Kenntnisse.
Unsere Ziele
Das Interdisziplinäre Fachforum Rechtsmedizin (Interfafo) verfolgt das Ziel, den fachlichen Austausch und die Zusammenarbeit zwischen allen an der Todesermittlung beteiligten Berufsgruppen zu stärken. Dazu gehören insbesondere Fachleute aus Medizin, Rechtsmedizin, Polizei, Justiz und anderen relevanten Disziplinen. Der Verein setzt sich dafür ein, wissenschaftliche Erkenntnisse, praktische Erfahrungen und rechtliche Entwicklungen systematisch zu bündeln und einer interdisziplinären Fachöffentlichkeit zugänglich zu machen.
Zur Umsetzung dieser Ziele organisiert Interfafo regelmäßig Fachveranstaltungen und Fortbildungen, die dem Wissenstransfer und der Qualitätssicherung in der rechtsmedizinischen Praxis dienen. Darüber hinaus unterstützt der Verein Projekte, die zur Verbesserung der Leichenschau, Todesursachenermittlung und Dokumentationsqualität beitragen. Durch diesen strukturierten Austausch sollen nicht nur die berufliche Qualifikation der Beteiligten gestärkt, sondern auch gesellschaftlich relevante Standards in der Todesermittlung nachhaltig verbessert werden.

Bildunterschrift
Fachveranstaltungen
zum Thema Leichenschau und Todesermittlungen
Fortbildung
zur Qualifizierten Leichenschau
Zusammenarbeit
von Medizin, Rechtsmedizin, Polizei und Justiz
Schwerpunkt 1: Leichenschau und Todesermittlungen
Das Thema Leichenschau ist für Interfafo von zentraler Bedeutung, weil sie die Grundlage für sichere Todesfeststellungen und präzise Todesursachenerhebungen bildet – Aufgabe, deren Bedeutung in Rechtsmedizin, Polizei und Justiz unmittelbar spürbar ist.
Fehler oder Ungenauigkeiten bei der Leichenschau führen nicht nur zu falschen Todesartangaben, sondern beeinträchtigen auch die Qualität der Todesursachenstatistik und bergen das Risiko, unentdeckte Straftaten zu übersehen.
Interfafo engagiert sich daher intensiv in der Förderung interdisziplinärer Standards, Fortbildungen und Plausibilitätsprüfungen, um die Qualität der Leichenschau zu sichern und die Zusammenarbeit zwischen Erst- und Zweit-Leichenschauenden sowie Ermittlungsbehörden zu optimieren. Über diese Maßnahmen wird die Arbeit des Forums unmittelbar mit dem öffentlichen Interesse an Rechtssicherheit, Krankheitsprävention, Patientensicherheit und effektiver Todesfallklärung verknüpft.

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Schwerpunkt 2: Fort- und Weiterbildung
Fort- und Weiterbildung sind für den Verein Interfafo ein zentrales Instrument, um die Qualität und Verlässlichkeit der Todesermittlung in Deutschland nachhaltig zu stärken. Insbesondere durch die Vermittlung des Online-Kurses „Qualifizierte Leichenschau“ fördert der Verein die fachübergreifende Schulung von Ärztinnen und Ärzten, Polizei, Justiz sowie weiteren beteiligten Berufsgruppen. Ziel ist es, Wissen aus Praxis, Wissenschaft und Rechtsprechung gezielt zu vermitteln und aktuelle Herausforderungen wie fehlerhafte Leichenschauen oder unerkannte Tötungsdelikte wirksam anzugehen. Mit diesen Angeboten trägt Interfafo dazu bei, Standards zu verbessern, Verantwortliche zu sensibilisieren und die interdisziplinäre Zusammenarbeit dauerhaft zu stärken.

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